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Denn wir sehen nur was wir sehen.

Ich merk das schon. Es ist wieder die Zeit, in der es in meinem Kopf so viel rattert, dass mir ständig Sätze in den Kopf kommen, die den Anfang eines neuen Textes bilden könnten. 
Ich weiß jetzt, dass es nichts mit dir zu tun hat, was ich vermisse. Ich vermisse nur das Gefühl. Das Gefühl des durch die Nacht Rasens, leere Straßen, kühle Luft, der warme Sitz, diese Playlist und das Ziel war immer das Wasser. Ich vermisse spontane Ausflüge und diese Sommernächte am anderen Ufer mit dem Blick auf die Stadt, wie sie schöner nicht sein könnte. Nicht nur Sommer, auch Winter. Jahreszeitlos. Ich vermisse das Spontane, das Abgeholt und Mitgerissen werden, heiße Schokolade von der ich Bauchschmerzen bekomme, Kekse. Ich vermisse - und das reicht aus, was ändern zu müssen. 
Denn ich vermisse nicht dich. Ganz im Gegenteil, ich hab dich nie mehr nicht vermisst. 
Ich vermisse nur die Zeit, die du mir für mich gegeben hast, während du daneben aufs Meer oder den Hafen geblickt hast. Ich vermisse die k…

Ein Jahr später.

Ich erinnere mich noch ganz genau an vor einem Jahr, an das Wäsche aufhängen in der Nacht und die Musik, die nicht laufen wollte. Zwei Minuten war ich ein Jahr älter und dennoch wusste ich, diese Zeit werde ich nicht so schnell vergessen. Und so ist es tatsächlich.
Ich war gestresst, musste die BA fertig bekommen und wollte auch sonst einfach nur weg.
Eine Reise stand mir bevor, obwohl ich zu dem Zeitpunkt nur groß gesagt habe "Vielleicht gehe ich nach Neuseeland", es aber überhaupt nicht geglaubt habe, dass ich das wirklich mache, nur einfach auch mal so cool und tough sein wollte. Ich wollte es so unbedingt glauben. Zwei Monate später habe ich einfach gebucht und plötzlich war es kein Traum mehr. Plötzlich habe ich selbst dafür gesorgt, dass es nun kein Zurück mehr gibt.
Ich habe noch nie wirklich über die Zeit geschrieben, nur Tagebuch unterwegs, obwohl es so viel zu erzählen gibt. Ich habe immer nur das erzählt, was andere interessiert und erinnere mich am stärksten an …

fake for real #2

Und dein Herz reißt sich zusammen Weil es manchmal egal ist Ob man jetzt wirklich, wirklich mutig ist oder nur tut als ob.

Vielleicht ist es nichts, ja hoffentlich ist es nichts. Doch die Gewissheit steht aus und das "Brauchst dir keine Gedanken machen" ist ungefähr genauso einfach wie abends schnell einschlafen, wenn man weiß, man muss am nächsten morgen früh raus und ausgeruht sein. Scheinbar unmöglich, denn wie auch? Es geht was in mir vor, worüber ich keine Infos und Klarheit habe und der Weg dazu führt über mehr Hürden als mir lieb ist.
Und hier bin ich und fühle mich alleine. Einsam mit meiner Angst, unverstanden mit meinen Sorgen. Geköpfte Gefühle, die keine Daseinsberechtigung haben. 
"Es ist ja keine Lungentransplantation also mach nicht so ein Drama draus."
Ist es nicht, in der Tat. Aber es reicht mir aus, um mich zu verunsichern und mein Kopf regelrecht zum Bersten zu bekommen.
Und es enttäuscht. Das die Menschen, von denen ich es mir am meisten gewünscht hä…

Du bist die große Freiheit für mich.

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Es war immer so, jedes Jahr aufs Neue, am Ende die bittersüße Abrechnung, mein sogenannter „Jahresabschlussbericht“ wie zu Schulzeiten, nur noch ein bisschen fieser. Zusammenfassen, erörtern, reflektieren und Schlüsse daraus ziehen. Und nächstes Jahr sollte alles natürlich so viel besser werden. Oder zumindest anders. Treu wollte ich mir bleiben, doch Selbstbetrug war immer wieder mein Schatten, der mich auf Schritt und Tritt verfolgt hat. Da dieses Jahr wirklich alles anders war, so wird auch das hier vielleicht mal weniger pathetisch als sonst. Die Grenzen sind verwischt, ich habe dem Ende 2017 und Anfang 2018 nicht entgegengefiebert, es kam und ging still und heimlich einfach vorbei. Und trotz dass er nichts Besonderes war, der früher „achso wichtige letzte Tag im Jahr“, war er besser als die ganzen letzten Jahre zusammen. Denn er war echt, er war ungeschminkt (im wahrsten Sinne des Wortes) und nicht gestellt, keiner wollte irgendwas Großes daraus machen, es war kein "so tun a…

see me run.

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Ich bin tatsächlich hier, ich habe es geschafft. 18.000 km weit weg und scheinbar niemals weit genug. Ich versuche über was anderes zu schreiben, nachzudenken, die Eindrücke in mich aufzusaugen und keine dunklen Gedanken zuzulassen. 
Heute konnte ich ausgelassen sein, durch das Wasser rennen und einfach tun und lassen, was ich will. Doch am Ende des Tages kriecht es wieder in mich, die Erkenntnis, es ist noch da.
"Schreib doch mal richtige Geschichten, geh weg von dir und schreib etwas, was nichts mit deinen Gefühlen zu tun hat." Der Rat verfolgt mich, würde ich doch so gerne. Aber alles was mir durch den Kopf geht ist deine Abwesenheit. 
Die Straßen hier würden dir so gut gefallen. Aufregend, kurvig, außergewöhnliche Ausblicke. 26 Grad und plötzlich siehst du in der Ferne einen riesigen Berg auf dem noch Schnee liegt. Faszinierende Weiten, unendliche, leere Straßen. Du würdest es lieben, das weiß ich genau. Würdest so schnell fliegen wie es der Asphalt zulässt und ich würde …

go solo.

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"Mädchen, hör auf immer so unfassbar hart zu dir selbst zu sein!  Du hast das nicht verdient, du musst das nicht aushalten und auf gar keinen Fall gehörst du dahin, wo du dich die ganze Zeit hin stellst! Hör einfach endlich auf damit dich unter Wert zu verkaufen und dann noch zu denken, dass du selbst dem nicht gerecht wirst, dass du nur das bekommen kannst und nicht mehr. Das ist so absoluter Schwachsinn, da komm ich nicht drauf klar, wenn ich sehe wie gerade DU dich fertig machst. Wenn ich sehe, wie du Gedanken und deine Zeit für Menschen verschwendest, die überhaupt nicht erkennen, wie klasse du bist, wie besonders und liebevoll und großherzig, wie klug und wie viel näher bei dir selbst, als du immer vorgibst zu sein, ja wenn ich das sehe dann würde ich dich am liebsten packen und schütteln und so fest drücken damit all die Zweifel und der Mist der in deinem Kopf rum schwirrt einfach erdrückt werden und du wieder nur aus dem bestehst, was du bist!"
Wenn ich das so lese stel…

the little things give you away

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Ich kann gerade nicht aufhören zu schreiben, weil mich meine Gedanken sonst nicht schlafen lassen. Kaum ist da ein bisschen Raum, erstellt mein Gehirn in Massenproduktion Gedanken um die ich mich jetztsofortaufderStelle kümmern soll. 01:37 Uhr und ich tippe und tippe und tippe, statt raus zu gehen, auszugehen, trinke Wasser statt Wein, esse Trauben statt Schokolade und versuche die Bilder in meinem Kopf in eine ordentliche Reihenfolge zu bringen, abzuheften und zu verpacken. Eins fällt mir immer wieder in die Hände, drängt sich mir penetrant auf und will unbedingt nochmal beachtet werden. Nochmal und nochmal, weil es sich für zu wichtig hält und nicht merkt, dass es den Absprung schon längst hätte schaffen sollen, zu den anderen in die D-Kiste. Aber wenn sich eins eingebrannt hat, dann das, also gut, ein letztes Mal.
Wie wir wiedermal mitten in der Nacht in deinem Auto saßen, die Hafenlichter um uns flackerten, wie ich geweint habe und du mich auf deinen Schoß gezogen hast. Wie ich ko…

Chemie Chemie Ya.

Vom ersten Moment an war da was. Nicht eindeutig, nicht fassbar, doch irgendwie da. Chemie? Anziehung? Ein Ziehen in der Magengegend, nur ganz kurz aber deutlich. Und absolut unangebracht.

Monate später, immer nur kurze Gespräche, Blicke, dieses Flackern. Es kam mir kurz so vor, als denkst du das Gleiche, doch es hätten auch die 5 letzten Skinny Bitch der Auslöser sein können. Die Musik und du dahinter, Augen schließen und dem unglaublich guten Beat folgen. Deinem Beat, vielleicht war es auch das? Ständiges Kopfkino, noch mehr Blicke - doch wieso sagst du nichts? Egal, es war Sommer und es war ein ganz gutes Gefühl am Rande.


Und keine Nacht für Niemand - Keine Nacht für mich Denn ich bin immer noch wach - Und warte nur auf dich  Ich komm nicht mehr klar - Nicht mehr klar mit Niemand Ich komm nicht mehr klar - Kommst du mit?
Zu dritt im Auto, "Welcher gefällt euch von allen am Besten?" Wie 15 Jährige ein Ranking erstellt, nichts ernst gemeint aber doch irgendwie gedacht. Ihn habt…

Gute Bekannte.

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16/07/17 "Manchmal weiß ich nicht recht, ob ich mir so gut trauen kann. Ob ich nicht viel zu sehr gerade IRGENDWAS fühlen will und mir deshalb so oft einbilde, DASS ich was fühle. "
Hand in Hand, so tun als ob. Erst befremdlich, dann immer vertrauter, irgendwann schon fast normal, wenn er vor seinen Freunden den Arm um mich legte, mich küsste, von unserer Reise sprach. Ich kam nicht ganz mit, wusste nicht recht was da passiert, blieb regungslos und still, weil ich es einmal anders machen wollte. Einmal weniger interpretieren und investieren, endlich mal cool und angepasst an die heutzutage so moderne Unverbindlichkeit sein. Wir hatten es ausgeschlossen, also halte ich mich dran - dachte ich. Auch wenn die Alarmglocken nicht schriller hätten läuten können. 
Ich hab mich darauf eingelassen, weil es leicht war. Wir mussten nicht lange um den heißen Brei herumreden, wir konnten genau da anfangen, wo wir hin wollten. Wir kannten uns, wussten was wir vom anderen erwarten können, mus…