kämpfe, wenn du kannst



"Ich fürchte, ich fürchte, es ist nur die Unmöglichkeit, mich zu besitzen, die Ihnen diesen Wunsch so reizend macht. [...] Suchen Sie, finden Sie einen werten Gegenstand ihrer Liebe, und kehren Sie zurück und lassen Sie uns zusammen die Seligkeit einer wahren Freundschaft genießen."
(Goethe - Die Leiden des jungen Werther)



Eine Textstelle aus meinem Allerliebsten-Goethe-Schmöker. Goethe hat in dieses Buch so einiges reingepackt. Blättere ich das gelbe Reclamheftchen auf Zitatsuche durch, sind auf viele Seiten mit Textmarker Stellen markiert, die ich bezaubernd, wahr, bewegend finde. Das Buch möchte ich nicht beschreiben, man muss es einfach gelesen haben. 


Das Zitat was mich heute besonders berührte erinnert mich daran, wie schwer manchmal Beziehungen zu bestimmten Menschen sind. Wenn sich in einer Freundschaft einer in den anderen verliebt, dieser jedoch immer nur das eine - die Freundschaft wollte, geht genau diese zu Grunde. Der Kontakt verebbt, die Verbindung liegt auf Eis, man hofft auf ein Irgendwann, in dem es wieder so sein könnte, wie es mal war. Das ist schade und tut nicht nur einer Seite weh. Und immer wieder frage ich mich: Ist es nicht trotzdem besser und stärker, trotz Gefühle für eine Freundschaft zu kämpfen, anstatt den anderen völlig zu verlieren? Ich würde es so wollen, denn manche Menschen sind mir so wichtig, die würde ich nicht loslassen, auch wenn ich weiß, ich schau ihn mit anderen Augen an, als er mich. Denn verloren, ist für mich endgültig verloren, aber kämpfen kann man lernen.


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