naschzeit

Draußen ist es eisig, man möchte kaum noch vor die Tür, kuschelt sich viel lieber mit dem Liebsten (als Ersatz zählt auch ne heiße Schokolade oder die Schmusekatze) ins Bett und futtert PLÄTZCHEN! 


Ich muss ja sagen ich steh wirklich nicht auf Weihnachten: kitschige Bäumchen, Schokoweihnachtsmannarmeen überall in den Einkaufsregalen, übertriebene Deko, Konsumüberfluss in der Vorweihnachtszeit, man kann kaum noch angenehm durch die Stadt schlendern, überall Weihnachtsmärkte mit dem unsinnigsten Kram den man das ganze Jahr nicht braucht, aber natürlich in dem Monat vor Weihnachten kaufen soll.

Aber - und das werde ich wohl nie los, gibt es da auch diesen Duft von Weihnachtsgebäck, Zimt, Lebkuchen, Nelken, der mich an meine Kindheit erinnert, an Omas Küche, in der die leckersten Plätzchenkreationen entstanden. Dort lernte ich Teig auszurollen, auszustechen, Eier aufzuschlagen und das Eigelb von Eiweiß zu trennen. Überall Mehl: in den Haaren, im Gesicht, an den Händen. Die Hitze vom Backofen, das erwartungsvolle vor dem Ofen sitzen und das Plätzchen beim backen beobachten, die Freude und Aufregung, wenn Oma mit den großen Blümchentopflappen das Blech mit dem Gebäck aus dem Ofen nimmt. Das erste Plätzchen, viel zu heiß, lecker. Stolz, Geborgenheit, Liebe.

Nun, meine Oma ist schon einige Jahre tot. Vielleicht deshalb, vielleicht auch etwas aus eigenen Stücken habe  ich mich in den letzten Jahren immer mehr in das Backen vertieft, hab ihre Rezepte ausprobiert und meine Familie und Freunde mussten immer wieder probieren und futtern was das Zeug hält. Auch dieses Jahr backe ich und gerade nach dieser anstrengenden, langen Schulwoche macht es mir besonders Spaß, auch wenn die Küche hinterher aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Selbst das behebe ich nahezu gerne - denn was ich sehe, ist das Ergebnis: etliche Sorten Kekse, zum naschen, verschenken, erinnern, an die guten, alten Zeiten, die immer etwas besonderes bleiben werden.


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