learning to fly

Jetzt nach dem Abi habe ich den Wunsch etwas Besonderes für mich zu machen. Ich will fliegen, frei sein und spüren, wie viel ich geschafft habe und was ich schaffen kann, wenn ich will.


Paragliding. Ich möchte das so unbedingt machen, zwischen den Wolken schweben, eine Zeit lang schwerelos und von der Erde gelöst sein. Ich glaube, es ist eine Erfahrung, die einen prägen kann, denn man traut sich Kontrolle abzugeben, traut sich in etwas Ungewisses Vertrauen zu haben. Etwas, was mir nicht leicht fällt, ganz und gar nicht, doch gerade deshalb möchte ich es tun.


Das mag scheinen wie eine Hals über Kopf Sache, sich tätowieren lassen, dem Körper etwas aufzeichnen, dass er sein Leben lang nicht mehr los wird. Doch dem Körper ist dies egal, er altert und das Tattoo altert mit. Will man das? Kann man in 40 Jahren noch dazu stehen, was man in jungen Jahren so klasse fand? Zu etwas stehen, von etwas überzeugt sein, noch so eine Sache. Ja, ich will es, ich weiß nicht ob so bald oder ob ich mir noch länger Zeit lassen will, aber ich finde es schön und ich würde es für mich tun, nicht weil es eine hippe Modeerscheinung ist. Frei sein, Leichtigkeit. Das ist es, was diese Tattoos für mich ausdrücken. Weil ich mich immer wieder an mir selbst daran erinnern möchte, was mir im Leben wichtig ist. Weil es sich wohl nie ändern wird. Vorallem oben links und unten Mitte gefallen mir sehr gut, doch so etwas muss aus voller Überzeugung kommen, weil man dazu stehen möchte, auch noch als runzlige Oma.



In einem meiner Lieblingsfilme heißt es: "Einmal sollte jeder in seinem Leben`ne richtige Tour machen. Ganz allein, nur mit Musik." Und das ist das Größte, was man sich trauen kann. Allein sein und es genießen. So viele Menschen verzweifeln daran, wenn sie spüren sie sind allein. Und allein sein müssen ist sicherlich grausam, aber allein sein können, weil man sich selbst genügt, das ist wahres Leben in meinen Augen. Ich war immer gerne allein als Kind, konnte mich gut selbst beschäftigen, habe mich wohl gefühlt, wenn ich alleine mit meinen Kuscheltieren in der selbstgebauten Höhle saß und Kassetten gehört habe. Man wird nie nur in Gesellschaft sein können, es wird immer Zeiten geben, da muss man Alleine durch etwas durch, sich nur auf sich selbst verlassen und sich vertrauen können. Wem sonst, wenn nicht sich selbst. Diese Vorstellung: unzählige CD´s mit der Lieblingsmusik für jede Stimmung, das Auto voller Proviant und den Dingen, die einem viel bedeuten, Kamera, Tagebuch, ein Lieblingspulli, dann los fahren, einfach wohin es einen verschlägt, ans Meer, in Städte, die man immer sehen wollte, sorglos umherfahren und genießen, auf niemanden Rücksicht nehmen müssen, festhalten was man sieht, das ist mein wohl größter Traum. Es zu können. Wenn ich gerade daran denke, ist da noch dieses mulmige Gefühl. Was, wenn ich in Schwierigkeiten gerate? Was, wenn ich mich so allein fühle, dass ich es nicht aushalte? Was, wenn das alles gar nicht so ist, wie man es sich vorstellt? Der Zweifel lähmt, aber der Wunsch in meinem Herzen kämpft stetig dagegen an, er ist stärker.

Für das alles brauche ich Mut. Mut, den ich plötzlich wieder habe. Weil ich alleine bin und mich gut damit fühle. Komisch, das zu sagen. Vor einigen Wochen dachte ich, wenn sich nun plötzlich alles ändern würde, würde ich nicht klar kommen, ich hatte Angst, stets Angst zu verlieren. Aber das war und ist alles nur Illusion. Es ist schön jemanden zu haben, aber Abhängigkeit ist kein Geschenk sondern etwas lähmendes, erschwerendes.




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