Mehr Mut zum Alleinsein!


NEON hat mir mal wieder zum richtigen Zeitpunkt etwas bestätigt, 
was mir gerade selbst durch den Kopf ging:  

"Einsamkeit ist eine Charakterschule. Wer eine Zeit lang mit sich selbst klargekommen ist, klammert in Beziehungen auch nicht mehr so sehr, weil er sich als selbstständigen Menschen zu schätzen gelernt hat. Er hat die Gewissheit, dass es auch ohne Partner geht, und kann sich gerade deswegen später wirklich auf einen Partner einlassen. Das macht frei." (Ausgabe Mai 2012, Sascha Chaimowicz ) 


Vielleicht ist es erst das „sich an jemand binden“, was das Leben so schwer machen kann. Der stärker werdende Wunsch, sich auf jemanden verlassen zu können, das Abrutschen in eine Abhängigkeit, die man so nicht bräuchte. Die bei manchen kommt, indem man sich bindet. Bin ich alleine, fühl ich mich oft sicherer, als zu zweit, da ich keine Angst habe, mein Partner ist nicht da, wenn ich ihn brauche, eigentlich logisch. Ich kann mich dann besser auf mich verlassen, es scheint, als würde ich diese Fähigkeit mit der Bindung abgeben. Das „Verlassen“ auf zwei Personen verteilen. Bin ich alleine, weiß ich, woran ich bin. Immer. Bewältige Situationen alleine, die mir in einer Beziehung eigenartigerweise schwer und unschaffbar zu bewältigen vorkamen. Ohne mir groß Fragen zu stellen, ohne mir viele Gedanken zu machen, die mich zu zerreißen schienen. 

"Was-wäre-wenn...?-Momente" werden zu "Alleine muss ich und werde ich es schaffen-Situationen". Alleine sehe ich mich gerade mehr so, wie ich bin, oder meine zu sein. Nun tue ich wieder Dinge, weil ich, nur ich es will, ohne jemanden beeindrucken zu wollen, auf jemanden Acht geben zu müssen.

Ich komm bestens klar, alleine. Momentan. Weil diese ständige Unsicherheit weg ist, weil ich wieder merke, woran ich in der Zweisamkeit zweifelte: Es geht. Und zwar richtig gut. Ohne Tränen aufgrund enttäuschter Erwartungen. Ohne schlaflose Nächte und das miese Gefühl in der Magengegend. Ohne stundenlange Diskussionen, die nichts brachten außer nur noch mehr Gefühlsmatsch im Kopf. Ohne den Wunsch nach Verbesserung, ohne den Wunsch nach irgendwas. Wünsche ändern sich stetig, vielleicht auch dieser, doch es tut gut sagen zu können, so wie es gerade ist, gefällt es mir ganz gut.




War es das? Ich hoffe es. Erinnerungen sind ein Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können, sagte irgendein kluger Mensch einmal. Gut, dass man sich dahin noch ab und zu verkriechen kann, noch besser, dass man nicht unbedingt ein Paradies braucht um glücklich zu sein.

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