Black and Blue, I will always

Ich höre auf, wenn es am schönsten ist und fange wieder an, wenn ich zu tode betrübt im dunklen Zimmer sitze und nicht mehr weiter weiß. Schreiben erlöst mich von dem Wirrwar in meinem Kopf, und wenn es nur Minuten sind, in denen ich in meinen eigenen Worten Trost und Klarheit finde. Schreiben ist mein backup Plan, mein kleiner Rettungsanker, wenn ich entkräftet im Wasser treibe, es hilft mir nicht unterzugehen, niemals.

Doch gerade habe ich so etwas wie ein schlechtes Gewissen den vielen leeren Seiten und lange nicht benutzten Tasten und Stiften gegenüber. Ich kanns nicht im Moment, ich bin zu glücklich. Ich fühle mich wie die Freundin, die immer nur ankommt, wenn sie Probleme hat oder etwas braucht und den Rest der Zeit ihr Leben genießt, ohne sich auch nur einmal zu melden, aber es ist einfach wie verhext. Schon einige Male habe ich mich hingesetzt und mir vorgenommen: jetzt schreibst du, was dich gerade bewegt. Und bin über zwei, drei lasche Sätze nicht hinaus gekommen. Dabei will ich so gerne alles in Worte fassen, was ich gerade erlebe, fühle und denke. Ich will ausdrücken können, wie gut es mir geht, in den schönsten Worten, die ich finden kann und ich will andere damit anstecken und zum Lächeln bringen. Ich will den momentanen Ausblick durch meine Augen aufs Papier bringen, damit ich selbst niemals vergesse, dass es ihn gibt, weil ich weiß, es können wieder Zeiten kommen, in denen ich vergessen zu haben scheine, wieviel Gutes im Leben steckt und vorallem, wo sich das bei mir versteckt. 

Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass etwas sich so gut anfühlen kann und gleichzeitig richtig ist. Für mich gab es immer nur: gut anfühlen und irgendwie falsch sein oder falsch anfühlen und aber eigentlich richtig sein. Und dies in einem rasanten Abwechslungszyklus, der mich völlig vergessen lies, in welcher Phase ich mich befinde, bis ich am Ende aufwachte in: falsch anfühlen und falsch sein, mit dem Unterschied, dass ich dieses Mal die Augen nicht mehr schloss, um weiter zu träumen, sondern mich aufrappelte um mir den ganzen Staub der langen Nächte aus den Augen zu reiben und mir endlich, endlich eine neue Brille zu kaufen, in der richtigen Sehstärke.

Hier bin ich. Stärker, sicherer, glücklicher und unbeschwerter denn je, mit der Gewissheit,was ich sehe ist echt, bleibt, tut nicht weh und ich brauche nicht erst eine Brille um das alles zu sehen, Augen schließen und genießen reicht völlig aus. Auch wenn dafür die Texte darunter leiden müssen, ich habe bisher viel zu wenig gelebt und mich tatenlos mit dem Wunsch nach "mehr" unter der Decke verkrochen.

Ich habe vor kurzem einen Satz gelesen, der hat mich nahezu umgeworfen, denn er vereinte genau das, was ich gebraucht habe, um zu wissen: ich bleibe am Boden, ich verliere mich nicht wieder in Abhängigkeiten und Ängsten, denn das wichtigste, das habe ich schon gefunden und das bleibt mir immer erhalten, wenn ich es gut behandle. Mich selbst:

I’m not searching for my other half because I’m not a half.





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All I was searching for was me.